16.11.2020

Auszeichnung für Innovationsfonds Projekt PROMoting Quality

Die Konsortialpartner und heartbeat medical erhalten Auszeichnung des Value-Based Health Care Center Europe für wegweisendes Innovationsfonds-Projekt PROMoting Quality zur Endoprothetik.

VBHC Auszeichnung für Innovationsfonds Projekt PROMoting Quality 1

Auszeichnung für multizentrische Endoprothetik-Interventionsstudie PROMoting Quality

“This year’s endorsement winner is PROMOting Quality – congratulations to you!” Mit diesen Worten ist klar: das von heartbeat vorgestellt Verbundforschungsprojekt PROMoting Quality erhält die diesjährige Dragon’s Endorsement Auszeichnung des Value-Based Health Care (VBHC) Center Europe. Hier auch  im Video-Rückblick.

Unter der Konsortialführung der TU Berlin erfassen bei PROMoting Quality führende Endoprothetikzentren bei Knie- und Hüftgelenkersatz-Operationen Patient-Reported Outcomes (PROs). Ziel ist es, diese Messwerte ohne überproportionalen Kostenanstieg zu verbessern und somit PRO-Erfassung weiter in der Routineversorgung zu verankern.

Ausschlaggebende Performance in drei Bereichen

Kosteneffektivität durch das Projekt: Die Jury hob die hohen Reduktionspotentiale hervor, die durch eine langfristige PROM-Einbettung über den gesamten Behandlungszyklus hinweg erreicht werden könnten.

Ergebnisse für Patientinnen und Patienten: Die Jury zeigte sich begeistert, wie stark PROMoting Quality auf die konkreten Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten konzentriert ist. Zudem sei es geschafft worden, eine hohe Beteiligung an den Follow-Up-Befragungen zu gewährleisten.

Double-Loop-Lernen: Besonders hervorgehoben wurde auch der Lernzyklus, den PROMoting Quality ermöglicht. Das Projekt ermögliche Double-Loop-Lernen, bei dem iterative Verbesserungen über den Durchführungszeitraum Patientinnen und Patienten zu Wohle komme.

Die richtigen Partner zur richtigen Zeit

Der Erfolg von PROMoting Quality hängt ausschlaggebend von der Erfahrung der Konsortialpartner ab. Das Projekt, dass vollständig Intersektorale Nutzung von Patient Reported Outcome Measures zur Steigerung der patientenrelevanten Ergebnisqualität heißt, wird von der TU Berlin geleitet. Die teilnehmenden Kliniken gehören zu den führenden Endoprothetikzentren Deutschlands und werden trotz der Covid-19 Pandemie bis 2021 einen Großteil der geplanten 10.000 Patientinnen und Patienten in die Studie einschließen.

Hierbei wird die heartbeat Plattform eingesetzt, um automatisierte Befragungen an Patientinnen und Patienten zu verschicken und die Ergebnisse sicher und strukturiert zu erfassen. Veränderungen der Beweglichkeit und des Schmerzempfindens werden in Echtzeit aufbereitet und fließen als unterstützende Informationsgrundlage in Behandlungen ein. Somit entsteht sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für das ärztliche Personal bereits ein echter Mehrwert während der Studienphase.

Nach Abschluss des Erhebungszeitraums werden die strukturierten und anonymisierten Daten durch das qQua-Institut mit Abrechnungsdaten kombiniert, die über die BARMER und den BKK Dachverband zur Verfügung gestellt werden. Dies wird erstmals eine Quantifizierbarkeit  der Behandlungserfolge aus Patientensicht ermöglichen.

Hendrik Stork, der das Projekt im Wettbewerb präsentiert hat, fasst zusammen: “Das Spannende ist: PROMoting Quality zeigt einen klaren Weg auf, wie die Messung der Lebensqualität von Patienten, durch die Erfassung von PROMs, einen Mehrwert für eine nachhaltige und ressourcenschonende Versorgungssteuerung bieten kann. Alle beteiligten Akteure leisten ihren Beitrag und wissen, dass dieser Wandel nur gemeinsam möglich ist.”

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Neue Versorgungsstandards durch breite Kooperation 

Im Rahmen von PROMoting Quality wurden auch in Hinblick auf die technische Umsetzung neue Standards etabliert. Die verwendete Plattform ist indikationsagnostisch, dezentral und als Medizinprodukt registriert. Laut der Jury des VBHC Center Europe wird hierdurch eine Übertragung des Ansatzes auf vielfältige Bereiche und Krankheitsbilder möglich. 

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) unterstützt das Projekt mit knapp 3,6 Millionen Euro. Erkenntnisse aus PROMoting Quality könnten nach erfolgreichem Abschluss nicht nur Einfluss auf Behandlungspfade und die Versorgungssteuerung haben, sondern auch auf vielseitige Bestrebungen, standardisierte und sichere Messverfahren für die Qualität stationärer Behandlungen voranzutreiben. 

“Zukünftig wird es Normalität sein, die Lebensqualität während und nach jeder Behandlung mitzuerfassen. Aktuell besteht die Chance, ordnungspolitische Weichen zugunsten innovativer Lösungen zu stellen”, sagt Yannik Schreckenberger, Geschäftsführer von heartbeat medical. Insbesondere die Offenheit von KIS-Schnittstellen und Unterstützung multisektoraler Projekte müssten höchste Priorität haben.  

Qualität muss ausschlaggebender Faktor werden

Dass sich unser  Gesundheitssystem substantiell ändern wird ist keine Frage des Ob sondern des Wann: Die Covid-19-Pandemie und die gemeinsame Anstrengung ihr zu begegnen, haben Kräfte zum Wandel hin zu einer stärker vernetzten und innovativen Versorgung hervorgerufen. Die politische und gesellschaftliche Unterstützung von Projekten zur Digitalisierung und Qualitätssicherung in der Versorgung war selten so hoch.

Zudem wird noch immer primär Quantität belohnt und nicht Qualität. In der kürzlich von der Hans Böckler Stiftung vorgestellten Studie zum DRG-Fallpauschalensystem für Krankenhäuser schlägt Michael Simon eine Orientierung weg von reinen Fallpauschalen hin zu einem qualitätsbasierten Vergütungssystem vor. Bei der Kalkulation der Fallpauschalen werde den erhobenen durchschnittlichen Kosten nicht systematisch die dabei erreichte Behandlungsqualität gegenübergestellt.

Nicht zuletzt kommt dieser Wunsch für Änderung aus dem Zentrum des Gesundheitswesens: Ärztinnen und Ärzte klagen seit vielen Jahren über steigende administrative Belastungen und weniger Zeit für Behandlungen und individuelle Gespräche. Eine Automatisierung administrativer Prozesse und langfristiger Follow-Up Befragungen ermöglichen eine Rückbesinnung auf die Qualität und Auswirkungen jeden einzelnen medizinischen Eingriffs.

Hintergründe zum Einsatz von PROMs in der Orthopädie

Mehr Informationen zur PROMoting Quality Studie

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Verfasst von
Moritz Neubauer

Unternehmens-
entwicklung & Kommunikation

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SOURCES:

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