28.07.2020

AOK bietet Qualitäts- / Selektivverträge an

Die AOK hat erste Qualitäts- bzw. Selektivverträge mit einzelnen Krankenhäusern abgeschlossen. Ziel ist eine bessere Behandlungsqualität im Krankenhaus.

Selektivverträge Qualitätsvertrag
AOK führt qualitätsbasierte Selektivverträge ein

Zu Beginn diesen Jahres schloss die AOK auf Basis des vor vier Jahren implementierten Krankenhausstrukturgesetzes erste sogenannte Qualitäts- bzw. Selektivverträge mit einzelnen Krankenhäusern ab. Ziel dabei ist eine Verbesserung der Behandlungsqualität im Krankenhaus. Insbesondere soll die Zahl der Komplikationen gesenkt, bessere Heilungsverläufe erzielt und die Patientenzufriedenheit erhöht werden.

Mehr Qualität mit Milliardenreform

Neben unter anderem dringend überfälligen Reformen im pflegerischen Bereich steht das im Januar 2016 in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz vor allem für einen Paradigmenwechsel bei der Krankenhausfinanzierung. Es schafft die Grundlage für sogenannte Pay for Perfomance (P4P) Modelle. Diese sehen eine qualitätsabhängige Vergütung von im Krankenhaus erbrachten Leistungen vor. Sie sind Kernstück einer größeren Strategie: 

Mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket will die Bundesregierung stationäre Versorgungsqualität verbessern und Überkapazitäten abbauen ohne jedoch die flächendeckende Versorgung zu beeinträchtigen. Insgesamt stehen für diese Veränderungen der Versorgungsstrukturen fast 10 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung. 

Modellversuch Selektivverträge

Im Juli 2018 einigten sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) auf eine Rahmenvereinbarung zum Abschluss von Qualitäts- / Selektivverträgen. Der Modellversuch soll zeigen, ob die höhere Anforderungen an Versorgungsqualität in Kombination mit entsprechenden Anreizen tatsächlich zu besseren Leistungen führt. Im ambulanten Sektor sind solche Strukturen insb. in der Versorgung chronisch Erkrankter bereits etabliert.

Aufgrund ihres Modellcharakters sind diese Selektivverträge zunächst auf eine Dauer von maximal drei Jahren limitiert. Außerdem ermöglicht die Regelung viel Freiheiten und Raum für individuelle Vereinbarungen. So müssen sich beispielsweise beide Partner auf akzeptable Instrumente zur Evaluation der Ergebnisse oder zur Verbesserung der Versorgungsqualität einigen. Die gesammelten Daten werden mit Einverständnis teilnehmender Patienten and das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) gesendet. Hier erfolgt mit Abschluss des Projekts Mitte 2023 die Gesamtauswertung.

Verschiedene Anwendungsgebiete

Für die Erprobung der Selektivverträge hat der G-BA zunächst vier heterogene Bereiche gewählt für die besondere Verbesserungspotenziale bekannt sind. Dies ermöglicht eine Erprobung der Maßnahmen in verschiedenen Variationen. Ziele können eine weiter Qualitätssteigerung der Indikationsstellung (z.B.: in der Endoprothetik) oder eine verbesserte Versorgung bisher bei der Qualitätssicherung eher vernachlässigter, vulnerabler Patientengruppen (bspw. geistig behinderte oder geriatrische PatientInnen) sein. Entsprechende Selektivverträge sind künftig möglich zur: 

PROMs sind zentraler Bestandteil endoprothetischer Qualitätsverträge

Grundsätzlich eignen sich laut IQTIG viele verschiedene Instrumente zur Qualitätsmessung. Die Erhebung der Indikationsqualität in der Endoprothetik kann beispielsweise an unter anderem einer “unzureichende Wirksamkeit der konservativen Therapie, Umfang der Bewegungseinschränkung bzw. Wert einer Schweregradeinteilung der Arthrose, Schmerz, ggf. radiologisch sichtbare Veränderungen” gemessen werden. Andere Indikatoren könnten auch Komplikationsraten und die Zahl von Revisionseingriffen, eine Erhebung der Patientenerfahrungen, des empfundenen Gesundheitszustandes oder der  gesundheitsbezogenen Lebensqualität sein. In der Endoprothetik existieren hierfür beispielsweise verschiedene wissenschaftlich validierten Patient Reported Outcome Measures (PROMs). Das IQTIG schätzt insbesondere den “SF 36, EQ-5D, Oxford Knee Score, Harris Hip Score [und] WOMAC-Score” als geeignet ein.1

Heartbeat bietet Softwarelösung für Endoprothetik

Mit diesen Selektivverträgen gehen leider zusätzliche bürokratische Belastungen für ÄrztInnen und Pflegende einher, die Ärzte und Kliniken sowohl Zeit als auch Geld kosten. Mit heartbeat ONE stellen wir Ihnen eine praktische, intuitiv bedienbare Softwarelösung zum Case Management im Rahmen der Qualitätsverträge und darüber hinaus zur Verfügung. Dabei werden Daten nicht nur durch das Gesundheitspersonal erhoben, sondern auch durch die Patienten selbst – beispielsweise über eine Tablet-Anwendung, die das Erfassen von Anamnesedaten erlaubt. Eine sichere Dateninfrastruktur und Schnittstellen zu gängigen Krankenhausinformationssystemen (KIS) ermöglichen eine komplikationslose Zusammenführung der gesammelten Daten.

Mit der Software wollen wir unseren Teil zur Verbesserung der zunehmend ökonomisch gedachten Versorgungssituation in Deutschland beitragen. Bei der zunehmenden Umverteilung oder Kürzung von Ressourcen sollte das Wohl der Patienten nicht vernachlässigt werden. Kliniken müssen in diesem Prozess die größtmögliche Behandlungsqualität bieten und sie den Patienten und ihren einweisenden Ärzten erfolgreich kommunizieren. Das schafft Vertrauen und ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Die neuen Selektivverträge sind dabei der logische nächste Schritt und belohnen Qualitätserfassung nun auch unmittelbar finanziell.

Für mehr Informationen zur Nutzung von heartbeat ONE für Qualitätsverträge nutzen sie unsere Angebotsdetails als PDF:

Quellen:

  1. https://iqtig.org/downloads/berichte/2018/IQTIG_Evaluationskonzept-Qualitaetsvertraege_Abschlussbericht-mit-Addendum_2018-08-17.pdf (Accessed June 10th 2020)