SF-36 (Short Form 36)

Der SF-36 Fragebogen (Short Form Health 36) Version 1 ist eine Weiterentwicklung des Short-Form 20-Scores der Medical Outcomes Study (MOS) im Jahre 1988.1-4 Er wurde 1996 bezüglich einiger Item-Formulierungen und Antwortmöglichkeiten schließlich verändert, sodass der SF-36 v2.0 entstanden ist.5

SF-36 Fragebogen Inhalt

Der SF-36 besteht aus 36 Fragen und ist ein allgemeiner Gesundheitsfragebogen, der mittels 8 verschiedener Dimensionen Aussagen über den Gesundheitszustand des Patienten ermöglicht. Er trifft Aussagen über:

  1. Allgemeine Gesundheitswahrnehmung – 5 Fragen
  2. Physische Gesundheit – 10 Fragen
  3. Eingeschränkte physisch-bedingte Rollenfunktion – 4 Fragen
  4. Körperliche Schmerzen – 2 Fragen
  5. Vitalität – 4 Fragen
  6. Mentale Gesundheit – 5 Fragen
  7. Eingeschränkte emotional-bedingte Rollenfunktion – 3 Fragen
  8. Soziale Funktionsfähigkeit – 2 Fragen
SF-36 Auswertung

Bei der Auswertung des SF-36 Fragebogen ist zu beachten, welche Version des Fragebogens vorliegt, da es zwischen v1.0 und v2.0 entscheidende Unterschiede in der Auswertung geben kann.

Für die Auswertung des SF-36 Fragebogen v1.0 rekodiert man zunächst alle Antworten in vorher festgelegte Punkte anhand einer Rekodierungstabelle. Anschließend berechnet man den Durchschnittspunktewert aller Fragen der jeweiligen Gesundheitsdimension, z.B. physikalische Gesundheit, sodass man für die 8 Dimensionen 8 Durchschnittspunktewerte hat. Diese 8 Punktewerte beschreiben nun den Gesundheitszustand des Patienten in ihrer jeweiligen Dimension, was man anschließend anhand von Vergleichstabellen beurteilen kann.

Die mögliche Punktzahl reicht von 0 bis 100 Punkte. 0 Punkte stellen dabei die größtmögliche Einschränkung der Gesundheit dar, während 100 Punkte das Ausbleiben von Gesundheitseinschränkungen darstellen.6

Für die Auswertung des SF-36 v2.0 liegen keine öffentlich zugänglichen Informationen vor (siehe Lizenz).

Stärken des SF-36

Eine systematische Review-Studie von 2009 hat gezeigt, dass der SF-36 das meist genutzte Patient Reported Outcome-Instrument (PRO) in klinischen Studien ist. Er ist damit einer der etabliertesten PRO-Scores in der Medizin und wurde bereits in zahlreichen Studien in seiner Aussagekraft validiert.1,2,7-11 Zudem ist er in über 170 Sprachen verfügbar.12

Schwächen des SF-36

Der SF-36 hat für eine allgemeine Erfassung der Gesundheit mit 36 Fragen eine vergleichsweise große Länge. In einer Studie hat sich gezeigt, dass die Patienten im Durchschnitt 5 Fragen pro Minute beantworten konnten.13 Somit würde man für den SF-36 7 Minuten benötigen, was man sich in der Forschung leisten könnte, im klinischen Alltag aber nur mit gutem Zeitmanagement oder elektronischer Erfassung implementierbar wäre.

SF-36 Lizenz

Die Nutzung des SF-36 v1.0 erfordert keine Lizenzierung und ist somit kostenfrei.14

Für den Gebrauch des SF-36 v2.0 ist allerdings eine Lizenzierung notwendig. Darauf, ob diese mit Kosten verbunden ist, wird auf der Internetpräsenz der Rechteinhaber nicht eingegangen, ist unserer Einschätzung nach aber zu erwarten.15

Fazit

Der SF-36 Fragebogen ist insgesamt ein weltweit etablierter, validierter und sehr häufig genutzter Fragebogen, der in unterschiedlichsten Fachbereichen der Medizin Anwendung findet. Er hat daher große klinische Relevanz und wird mutmaßlich auch in Zukunft diese weiterhin beibehalten.

Neuigkeiten aus unserem Blog

QUELLEN

  1. Stewart AL, Hays RD, Ware JE, Jr. The MOS short-form general health survey. Reliability and validity in a patient population. Med Care 1988;26:724-35.
  2. Stewart AL, Greenfield S, Hays RD, et al. Functional status and well-being of patients with chronic conditions. Results from the Medical Outcomes Study. JAMA 1989;262:907-13.
  3. https://campaign.optum.com/content/dam/optum/resources/Manual Excerpts/SF-36v2_Manual_Chapter_1.pdf. (Accessed August 10th, 2017)
  4. Hays RD, Sherbourne CD, Mazel RM. The RAND 36-Item Health Survey 1.0. Health Econ 1993;2:217-27.
  5. Ware JE, Jr. SF-36 health survey update. Spine (Phila Pa 1976) 2000;25:3130-9.
  6. https://www.rand.org/health/surveys_tools/mos/36-item-short-form/scoring.html. (Accessed August 10th, 2017)
  7. Scoggins JF, Patrick DL. The use of patient-reported outcomes instruments in registered clinical trials: evidence from ClinicalTrials.gov. Contemp Clin Trials 2009;30:289-92.
  8. Marquis P, Fayol C, Joire JE. Clinical validation of a quality of life questionnaire in angina pectoris patients. Eur Heart J 1995;16:1554-60.
  9. Fryback DG, Lawrence WF, Martin PA, Klein R, Klein BE. Predicting Quality of Well-being scores from the SF-36: results from the Beaver Dam Health Outcomes Study. Med Decis Making 1997;17:1-9.
  10. Watson EK, Firman DW, Baade PD, Ring I. Telephone administration of the SF-36 health survey: validation studies and population norms for adults in Queensland. Aust N Z J Public Health 1996;20:359-63.
  11. Ware JE, Jr., Kosinski M, Gandek B, et al. The factor structure of the SF-36 Health Survey in 10 countries: results from the IQOLA Project. International Quality of Life Assessment. J Clin Epidemiol 1998;51:1159-65.
  12. https://campaign.optum.com/optum-outcomes/what-we-do/health-surveys/sf-36v2-health-survey.html. (Accessed August 10th, 2017)
  13. Cella D, Riley W, Stone A, et al. The Patient-Reported Outcomes Measurement Information System (PROMIS) developed and tested its first wave of adult self-reported health outcome item banks: 2005-2008. J Clin Epidemiol 2010;63:1179-94.
  14. https://www.rand.org/health/surveys_tools/mos/36-item-short-form/terms.html. (Accessed August 10th, 2017)
  15. https://campaign.optum.com/content/optum/en/optum-outcomes/what-we-do/health-surveys/sf-36v2-health-survey.html. (Accessed August 10th, 2017)