DASH Schulter Score

Der DASH Score (Disabilities of Arm, Shoulder and Hand) ist ein Fragebogen für orthopädische Patienten und wurde 1996 im Zusammenspiel vom Council of Musculoskeletal Specialty Societies, American Academy of Orthopaedic Surgeons und vom Institute for Work and Health Canada entwickelt.

Inhalt des DASH Scores

Er besteht aus 30 Fragen und dient zum Assessment von Funktionsstörungen der oberen Extremitäten, speziell von Hand, Arm und Schulter. Eine Besonderheit des Fragebogens liegt darin, dass zwischen den jeweiligen Oberen Extremitäten nicht differenziert wird. 21 Fragen prüfen, inwiefern es dem Patienten innerhalb der letzten Woche Probleme bereitet hat, bestimmte Tätigkeiten durchzuführen. Dabei ist der Patient aufgefordert, die Fragen ungeachtet dessen, welchen Arm oder welche Hand er für die Tätigkeit verwendet hat, zu beantworten. Somit ist der DASH Score kein Gelenk-spezifischer Fragebogen, sondern erfasst die Funktion der beiden Extremitäten insgesamt. 1,2

Darüber hinaus erfolgt über 6 Fragen ein Assessment spezifischer Symptome (bspw. Schmerzen, Parästhesien, Schlafstörungen) und sozialer oder beruflicher Einschränkung über 3 Fragen.

Zwei optionale Zusatzteile geben außerdem die Möglichkeit, jeweils Einschränkungen beim Spielen von Musikinstrumenten, Sport und im Beruf darzustellen.

Eine Weiterentwicklung des DASH Scores ist die Kürzung zu einem QuickDASH Score, in dem sich die Anzahl der Fragen auf 11 beschränkt. Mehrere Studien konnten hierbei zeigen, dass der QuickDASH Score, trotz geringeren Umfangs, ein aussagekräftiges Instrument ist, mit dem ähnliche Ergebnisse, wie mit dem DASH Score zu erreichen sind.3,4,5,6

Auswertung des DASH Scores

Der DASH Score kann nur berechnet werden, wenn nicht mehr als 3 Antworten fehlen. Beim QuickDASH Score darf maximal 1 Antwort fehlen. Die Berechnung erfolgt für beide Bögen gemäß folgender Formel:

DASH Wert für Behinderung/Symptome  = (([Summe der n Antwortpunkte]-1) / n) ⋅ 25

Die mögliche Punktzahl reicht von 0 bis 100 Punkte. 0 Punkte stellt dabei eine vollständige, uneingeschränkte Funktion der oberen Extremitäten dar, während 100 Punkte die größtmögliche Funktionseinschränkung bedeuten.

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Die 2 optionalen Zusatzteile sind separat zu berechnen. Hierfür wird dieselbe Formel, wie für die obigen Scores verwendet, allerdings darf keine Frage fehlen.

Stärken des DASH Scores

Der DASH Score ist einer der etabliertesten Fragebögen für Funktionsstörungen der oberen Extremitäten. Mit einer Anwendung von über 20 Jahren, gibt es viele Studien, die seine Aussagekraft für jeweilige Erkrankungen der Gelenke der oberen Extremitäten, die mit Funktionsstörungen einhergehen, zeigen konnten. 7 Er korreliert auch stark mit anderen gängigen Scores, wie beispielsweise dem Shoulder Pain and Disability Index (SPADI), Simple Shoulder Test (SST), American Shoulder and Elbow Surgeons score (ASES) und dem Short Form-36 (SF-36). 8,9

Zudem ist die Erfassung und Auswertung der Ergebnisse leicht zu handhaben und der Score ist in über 38 Sprachen verfügbar.10

Schwächen des DASH Scores

Die Besonderheit des DASH Scores stellt auch einen Schwachpunkt in seiner Aussagekraft dar. Da nicht zwischen den einzelnen möglichen Funktionsstörungen der Gelenke selbst, sondern nur zwischen Störungen der Oberen Extremitäten als Ganzes. Ist beispielsweise bei Rechtshändern der linke Arm funktionell gestört, während der Patient in der Lage ist die Tätigkeiten, die im Score abgefragt werden, mit seinem dominanten rechten Arm zu bewältigen, verzerrt sich hier die Aussage über den tatsächlich gestörten Arm.10 Darüber hinaus konnte eine Studie zeigen, dass der DASH Score selbst bei Patienten, die ausschließlich Verletzungen der unteren Extremitäten hatten, einen niedrigeren DASH Score als die Kontrollgruppe ohne jegliche Verletzungen hatte.2 Die Autoren schlussfolgerten, dass auch Funktionsstörungen der unteren Extremitäten, die Tätigkeiten, die durch den Score geprüft werden, beeinträchtigen. Hier ist allerdings anzumerken, dass in dem Sinne mehr Studien notwendig sind, um die Validität der Aussage hinreichend beurteilen zu können.11

DASH Score Lizenz

Das Institute for Work & Health (Toronto, Kanada) besitzt das Copyright sowohl für den DASH als auch den QuickDASH Score. Daher ist eine Lizenzierung zur Nutzung und vor allem Auswertung beider Scores notwendig. Diese ist für eine nicht-kommerzielle Nutzung kostenfrei, für die kommerzielle Nutzung ist ein jährliches Abonnement notwendig (ab 1.250 C$).12

Fazit

Der DASH- und QuickDASH-Score sind Beides etablierte, valide Instrumente, die man zuverlässig an Patienten mit Funktionsstörungen der oberen Extremitäten einsetzen kann. Da überwiegt die Datenlage deutlich zu Gunsten der beiden Scores. Daher werden sie voraussichtlich noch für einige Zeit ihren Status quo beibehalten können.

Case study

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Neuigkeiten aus unserem Blog

QUELLEN

  1. http://www.dash.iwh.on.ca/about-dash.
  2. Wylie JD, Beckmann JT, Granger E, Tashjian RZ. Functional outcomes assessment in shoulder surgery. World J Orthop 2014;5:623-33.
  3. Gummesson C, Ward MM, Atroshi I. The shortened disabilities of the arm, shoulder and hand questionnaire (QuickDASH): validity and reliability based on responses within the full-length DASH. BMC Musculoskelet Disord 2006;7:44.
  4. Angst F, Goldhahn J, Drerup S, Flury M, Schwyzer HK, Simmen BR. How sharp is the short QuickDASH? A refined content and validity analysis of the short form of the disabilities of the shoulder, arm and hand questionnaire in the strata of symptoms and function and specific joint conditions. Qual Life Res 2009;18:1043-51.
  5. Stoop N, Menendez ME, Mellema JJ, Ring D. The PROMIS Global Health Questionnaire Correlates With the QuickDASH in Patients With Upper Extremity Illness. Hand (N Y) 2017:1558944717691127.
  6. Beaton DE, Wright JG, Katz JN, Group UEC. Development of the QuickDASH: comparison of three item-reduction approaches. J Bone Joint Surg Am 2005;87:1038-46.
  7. Beaton DE, Katz JN, Fossel AH, Wright JG, Tarasuk V, Bombardier C. Measuring the whole or the parts? Validity, reliability, and responsiveness of the Disabilities of the Arm, Shoulder and Hand outcome measure in different regions of the upper extremity. J Hand Ther 2001;14:128-46.
  8. Roy JS, MacDermid JC, Woodhouse LJ. Measuring shoulder function: a systematic review of four questionnaires. Arthritis Rheum 2009;61:623-32.
  9. SooHoo NF, McDonald AP, Seiler JG, McGillivary GR. Evaluation of the construct validity of the DASH questionnaire by correlation to the SF-36. J Hand Surg Am 2002;27:537-41.
  10. http://www.dash.iwh.on.ca/available-translations.
  11. Dowrick AS, Gabbe BJ, Williamson OD, Cameron PA. Does the disabilities of the arm, shoulder and hand (DASH) scoring system only measure disability due to injuries to the upper limb? J Bone Joint Surg Br 2006;88:524-7.
  12. http://www.dash.iwh.on.ca/licences.