16.07.2019

heartbeat beteiligt am Projekt PROMoting Quality des Innovationsfonds

Ziel ist es mittels PROs eine bessere Nachsorge zu gewährleisten und damit Behandlungsqualität sowie Kosteneffektivität zu steigern

heartbeat beteiligt am Projekt PROMoting Quality des Innovationsfonds 1

Digitale Patient Reported Outcomes (PROs) sollen frühzeitige Nachbehandlungen ermöglichen und somit die Betreuungslücke zwischen stationärer Akut- und ambulanter Nachversorgung schließen. Der Innovationsfonds fördert das Projekt mit 3,5 Millionen Euro.

Durch Einsatz von PROs frühzeitig postoperative Komplikationen identifizieren

Ziel des im April gestarteten Kooperationsprojekts PROMoting Quality ist es, mit Hilfe der digitalen Erfassung von PROs frühzeitig postoperative Komplikationenen bei Patienten mit einem Knie- und Hüftgelenksersatz zu identifizieren. Durch ein rechtzeitiges Einleiten von Nachbehandlungen soll der Behandlungserfolg für Patienten und die Kosteneffektivität der Behandlungen für Kostenträger gesteigert werden. Somit schließt das Projekt die momentane Betreuungslücke, die sich zwischen stationärer Akut- und ambulanter Nachversorgung ergibt und eine große Spannbreite in den Behandlungsergebnissen verursacht.

Die Messung von Patient Reported Outcomes auf der einen und Kosten auf der anderen Seite entspricht dabei exakt dem Konzept der Value-based Healthcare. Dabei handelt es sich um eine wertebasierte Medizin, deren Fokus auf der Verbesserung von für den Patienten relevanten Endpunkten, wie Schmerzreduktion oder höherer Mobilität, liegt.

Große Krankenkassen und führende Endoprothetikzentren im Projekt

Unter der Leitung der TU Berlin beteiligen sich neben neun deutschen Kliniken mit Schwerpunkt Endoprothetik auch die Krankenkasse BARMER, der BKK-Dachverband sowie das aQua Institut. heartbeat gewährleistet als Konsortialpartner durch die digitale Erfassung von Patient Reported Outcomes die Durchführung der Studie. Die erfassten PROs stehen dabei in Echtzeit zur Verfügung. Sie ermöglichen den Kliniken, Hindernisse im Heilungsverlauf zu erkennen und entsprechende Nachbehandlungen in die Wege zu leiten.

Beteiligte Kliniken sind:

10.000 Patienten mit geplantem Hüft- oder Kniegelenkersatz

Ab Oktober diesen Jahres werden 10.000 Patienten mit einem geplanten Hüft- oder Kniegelenksersatz in die Studie eingeschlossen. Die eingeschlossenen Patienten werden randomisiert einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Während die Kontrollgruppe zur stationären Behandlung und ein Jahr nach der Behandlung via heartbeat befragt wird, erhält die Interventionsgruppe Befragungen im Abstand von einem, drei, sechs und zwölf Monaten nach Behandlungsende. Die Laufzeit des Projekts ist auf vier Jahre inkl. einer Rekrutierungszeit von einem Jahr ausgelegt.

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses 

Der Innovationsfonds ist mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) 2015 geschaffen worden. Sein Ziel ist die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Dafür stehen jedes Jahr 300 Millionen Euro zur Verfügung, davon jeweils 225 Millionen für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen für die Förderung der Versorgungsforschung. Der Innovationsfonds finanziert sich aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

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Verfasst von
Yannik Schreckenberger

Co-Founder & CEO von heartbeat, ehem. Hacking Health Berlin Lead Organisator, Physiker und Tech Enthusiast.

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Quellen:

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